Virtuelle Galerie

Joe Wandaller

Über meine Malerei

Auf dem Sehen mit Engelsaugen (H.Miller), sprich mit den Augen eines Kindes, ohne technischen Firlefanz beruht der Malakt, der dann zum Bild, nicht zur Abbildung führt.
Erinnerungen an Gerüche, Stimmungen, Augenblicke, Landschaften. Mikrokosmos auch: Wurzeln, Oberfläche von Steinen als Anstoß zum Schauen. Die kleine Welt als Vertretung der großen. Der Blick von Klippen, der umkippt in eine Schau von oben, eine fiktive Luftaufnahme mit Fährten, Wegen, Kreisen, Quadraten und Dreiecken, die vielleicht Orte für magische Rituale sind. Heilige Berge, Wasserstellen, Ruderschiffe, Drachenboote der Wikinger, Vogeltritte. Das mythische Tier des Nordens: Der Elch, mein Totem.

Ritzungen, Verletzungen des Malgrundes (Farbe vermischt mit Sand aus Schweden, Nordafrika und Osttirol), die Sandzeichungen von Kindern oder bronzezeitliche Felsritzungen auf den eiszeitlichen Granitbuckeln der schwedischen Westküste.
Schamanenmaler bin ich, die einsame Gestalt auf dem Boot, auf einer Klippe bin ich, hingezogen zu meinen Brüdern aus Lasxaux.
Das ewige Thema von Kommen und Gehen, Erwarten und Abschiednehmen. Hier der Ocker, die Umbra – die Erde.
Dort das Sehnsuchtsblau mit der schwebendne blauen Leiter meines verstorbenen Freundes Christoph Zanon.
Hinauf zur Sonne wie Ikarus, nicht zu nahe aber dennoch nicht nur herunter.

(Lienz, im April 2004)

 

LEBENSLAUF

1954 geb.in Eisentratten, Kärnten, Matura am BG/BRG Lienz
1965 – 1973 Akademie der Bildenden Künste, Wien
Meisterklasse Prof. Hessing
Werkerziehung Prof. Köb
1979 Goldener Fügerpreis
1980 Meisterschulpreis, Klasse Prof. Hessing

Lebt in Lienz und arbeitet als Kunst- und Werkerzieher am BG/BRG Lienz.

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

2006 Notariatskanzlei Mag.Markus Mayr, Lienz
2004 Städtische Galerie, Lienz
2002 Kunstwerkstatt, Lebenshilfe Lienz
2001 Galerie Art&Design, Wien
1999 Alte Burg, Gmünd, Kärnten
1998 Bank Austria, Lienz
1990 Forum West, Salzburg
1989 Städtische Galerie Lienz
1979 Katholische Hochschulgemeinde Wien

AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN (AUSWAHL)

2006 Galerie de Brettér, Tresdorf, Kärnten
2005 „Kunstraum Osttirol", Kunstraum Palais Porcia, Wien
2005 Galerie de Brettér, Tresdorf, Kärnten
2004 Galerie Prisma, Bozen
1996 „Mein Weinviertel", Herrnbaumgarten
1996 Kunsthaus Rondula, Göriach bei Lienz
1995 Schloss Maretsch, Bozen
1993 Museum der Stadt Lienz, Schloss Bruck
1988 Sister-Citx Exhibition, Jackson Hole, Wyoming, USA

 

ÜBER DIE KUNST VON JOE WANDALLER

...Wie sich dem „Schamanenmaler" von Wien aus nähern? Seine Stimme ist leise wie seine Poesie und seine lyrische Zeichensprache. ....

(Prof.Krista Hauser, Wien, August 2005)

In vielen Bildern Joe Wandallers sind zunächst fein differenzierte Flecken erkennbar, einer unten, das ist der Vordergrund, einer oben, als Hintergrund, dazwischen relative Leere. Dadurch wird räumliche Tiefe erzeugt, nach einem Verfahren, das schon die alten Römer und die alten Chinesen gekannt haben. Manchmal durchschneidet eine senkrechte Linie das Blickfeld und verklammert Nähe und Ferne. Die Linie kann auch verdoppelt und schräg geführt werden, dann lenkt sie als ein Weg unseren Blick auf einen fernen Punkt am Horizont – eine Sehnsuchtsmetapher, die in dem von Wandaller so häufig benutzten Blau sich bestätigt.

Diese Landschaften sind von Zeichen bevölkert, von Strichmännchen, der Sonnenscheibe aber auch von Buchstaben und ganzen Textblöcken, auch Zitate aus der europäischen Kunstgeschichte, zu der Wandaller sich bei aller Originalität offen bekennt. Manche dieser Zeichen sind inzwischen zu ganz persönlichen Logos geworden, die den Bildern ihren Wiedererkennungswert sichern.

(Mag. Rudolf Ingruber, Lienz, November 2006)

 

Joe Wandaller

Maximilianstr.9
9900 Lienz
Tel: 0043/4852/655581
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