Virtuelle Galerie

Hermann Pedit

Biographie
1933 geboren in Lienz
1947-50 Ausbildung als Kunstschlosser und Metallbildhauer
1950-51 Zeichen- und Malschule Toni Kirchmayr, Innsbruck
1954-55 Studium bei Sergius Pauser
1955-59 und Fritz Wotruba an der Akademie der Bildenden Künste, Wien

lebt und arbeitet in Lienz

Nacht der Seele

1996, 1997 und 1998 bereist Hermann Pedit das Krisengebiet am Balkan und schafft im Eindruck der Greuel und der Barbarei einen 64 Bilder umfassenden Zyklus über Progrome und Krieg.

„In Westeuropa sprach man von einem Bürgerkrieg.
Auf meiner Reise durch Kroatien und Bosnien fand ich nur Genocid, Vertreibung, Gewalt und Grausamkeit einer bewaffneten Soldateska gegen Frauen, gegen Wehrlose. Die Bedrohung der Integrität und Würde aller durch die Vernichtung der Integrität und Würde der Frauen – fand ich als Mittel zur Austreibung der nicht erwünschten Bevölkerung. Ich frage mich auch heute noch, weshalb die Regierungen des Westens immer noch von einem „Bürger“-Krieg sprechen? Und ich frage mich, wo ist der Aufschrei der serbischen Intellektuellen gegen diesen Rückfall in die Barbarei geblieben?“
Hermann Pedit

Kontakt:

Familie Pedit
Brennerleweg 1
9900 Lienz
phone: 0043/4852 /62723-3
fax: 0043/4852/62723-4
www.hermann-pedit.com

 

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen

Diözese Graz-Seckau, Schloss Seggau, Diözese Gurk in Klagenfurt, Graphische Sammlung Albertina, Land Tirol, Republik Österreich, Staatliches Russisches Museum / St.Petersburg, Stadt Lienz, Stadt Passau, Stadt Villach, Stift Stams

Hommage an Hermann Pedit

„Die Sprache ist nicht für alles eingerichtet“, hat Goethe im Alter zu Eckermann gesagt. Das gilbt besonders für alle Versuche, sich Werken der bildenden Kunst sprachlich anzunähern. In Katalogen zu den großen Ausstellungen von Hermann Pedit gibt es gleichwohl meisterhafte Versuche von Kunstinterpreten, dies zu tun - so zur Ausstellung 2002 im russischen St.Petersburg. Mein Weg zum Werk Pedits hat vor etwa zehn Jahren begonnen und ist eher geleitet von einem Wort der französischen Mystikerin Simone Weil, die gesagt hat: „Es gibt nur eine Methode, um Bilder zu verstehen - nicht versuchen, sie zu interpretieren, sondern sie solange anschauen, bis das Licht hervorbricht“.
Für die Bilder des Osttiroler Künstlers, der in einem von Kindheit an oft schwierigen Leben so etwas geworden ist wie ein wetterfester starker Baum mit tiefen Wurzeln und weiter Krone, gilt auch ein Wort von Paul Klee: „Kunst gibt nicht Sichtbares wieder, sondern macht sichtbar“.
Nach seiner Wiener Zeit als Künstler der damaligen dortigen Avantgarde zog sich Hermann Pedit als noch junger Mann aus familiären Gründen nach Lienz zurück. Vor zehn Jahren ist er mit einem Werk von neuer eruptiver Kraft in eine Öffentlichkeit getreten, die immer noch weiter ausgreift: beispielsweise nach Russland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Belgien. Helles und Dunkles in Natur und Geschichte kommt in diesem Werk zur „Sprache“ - das Bild ist ja „das andere Wort“. Erschütternd der Bilderzyklus „Nacht der Seele“, erinnernd an die Gräuel des Krieges in Ex-Jugoslawien. Leuchtend steht dem die Mehrzahl der Bilder aus der jüngsten Dekade gegenüber. Von der Musik hat Rilke in der 1. Duineser Elegie gesagt, dass sie „anruft und tröstet und hilft“. Auch Bilder können dies, zumal Bilder von Hermann Pedit.

Dr. Egon Kapellari - Diözesanbischof
Im März 2007

 

Einzelausstellungen (Auswahl)

1997   Museum Stift Stams, Stams/Nordtirol
1998   Galerie Gaudens Pedit, Lienz
Bayrisches Staatsmuseum Kloster Asbach, Asbach/Bayern
Präsentation im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft, Brüssel
1999   „Nacht der Seele“, Präsentation des Bildzyklus im Atrium der
Österreichischen Beamtenversicherung, Wien
„Nacht der Seele“, Galerie Freihausgasse, Galerie der Stadt Villach
„Nacht der Seele“, Stadtmuseum Schloß Eltz, Vukovar
„Nacht der Seele“, Landesmuseum, Osijek
„Nacht der Seele“, Mimara Museum/Kroatisches Nationalmuseum, Zabreb
2000   „Nacht der Seele“, Nationalgalerie, Sarajewo, Bosnien-Herzegowina,
Galerie Prisma, Bozen
„Nacht der Seele“, Europäisches Parlament, Brüssel
2001   „Nacht der Seele“, Pulchri Studio, Den Haag
Internationaler Salon für Bildende Kunst in Flandern, Aarschot, Belgien
2002   Cultuurcentrum Mechelen, Mechelen, Belgien
Staatliches Russisches Museum/Museum Ludwig
im Staatlichen Russischen Museum, St.Petersburg
2003   „Klang aus Licht und Farbe“, Kulturzentrum Toblach, Südtirol
2004   VZW Art Gallery Marc de Geeter, Blankenberge, Belgien
Stiftung Monumental, Bornem, Belgien
2005   „Arbeiten in Email“, Museum für angewandte Kunst, Budapest
2007   Museum im Palacio de los Serrano, Avila, Spanien
„Arbeiten 1997 – 2007“, Stift Stams