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Die Zauberflöte - Sternstunde einer Souffleuse

Die diesjährigen 13. Lienzer Figurentheatertage FANTASIMA19 (vom 15. - 17.3.) zeigen wieder zwei Abendvorstellungen für Erwachsene und Jugendliche. Den Beginn macht ein zauberhaftes Stück, das von einer ganz ungewöhnlichen Aufführung der Oper "Die Zauberflöte" handelt. Es spielt Christiane Weidringer.

Karten verfügbar
Freitag, den 15.März 2019 um 19:00 Uhr
Freitag, den 15.März 2019 um 21:00 Uhr
Freitag, den 15.März 2019 um 11:00 Uhr
Stadtkultur Lienz
Erwachsene und Jugendliche
Kolpingsaal
frei
€ 15 pro Person
€ 8 pro Person (SchülerInnen, StudentInnen, Präsenzdiener und Behinderte mit Ausweis)
€ 17 pro Person
€ 8 pro Person (SchülerInnen, StudentInnen, Präsenzdiener und Behinderte mit Ausweis)

Die Aufführung wird mit Pause gespielt, in der sich die Zuschauer mit einem Imbiss stärken können, der im Eintrittspreis inkludiert ist.

Spiel:                    Christiane Weidringer
Regie:                  Harald Richter
Bühne:                 Christiane Weidringer / Günter Weinhold
Puppen:               Barbara und Günter Weinhold
Musik:                  W. A. Mozart / Andreas Kuch


Hier ist eine Kritik zum Stück:

"Wer die Zauberflöte kennt, wird in dieser Inszenierung gleichermaßen gepackt, wie der, welcher sie nicht kennt. Für Ersteren gibt es zahlreiches Wiedersehen beziehungsweise Wiederhören. Letzterer erlebt eine wohltuend fassliche Erstbegegnung mit diesem bekanntesten Märchen der Operngeschichte.

Was Sie erwartet, ist eine zauberhafte Miniaturbühne. Drei Ebenen, die, auf oder zu geklappt, einmal das Reich der Königin der Nacht, dann das Schloss Sarastros und schließlich dessen Heiligtum darstellen, geben den unterschiedlichen Figuren Raum zum Spiel, sowohl den von oben geführten Marionetten als auch den von unten gespielten Klappmaulpuppen. Recht gewagt ist diese Zusammenstellung der Figuren, die von den Künstlern Barbara und Günter Weinhold aus Berlin voller Liebe und Fantasie gestaltet wurden. Die Marionetten Pamina und Tamino stehen in ihrer Erhabenheit für das Geistige. Die Klappmaulpuppen Papageno und alte sowie neue Papagena sind dagegen bodenständig und in ihrer Zeugungsfreude sichtbar körperlicher. Der Mohr Monostatos ist, political correct, ein hellhäutiger, aber nicht weniger brutaler Wüstling. Sarastro, Stellvertreter für die Loge der Freimaurer oder Illuminati, also fast nicht mehr von dieser Welt, taucht als Schatten auf. Und schließlich die Königin der Nacht, großartig mit ihrem Sternen besetzten Kleid die gesamte Bühne umfassend. Sie schlingt in ihrer zweiten Arie den überlangen Arm zu ihren Stimmband beanspruchenden Koloraturen um den  eigenen Hals, ein Spaß, der nur im Puppentheater gelingt!

Die Spielerin Christiane Weidringer, angekündigt als Souffleuse, tritt auf mit Textbuch in der Hand, taucht in die Bühne ein und kommt, zur Erheiterung des Publikums, aus der kleinen Souffliermuschel wieder heraus, um zu vermelden, dass die Leiterin des Theaters, Frau Gerlinde Salieri, an diesem Abend verhindert sei und sie selbst die heutige Vorstellung übernehmen wird. Am Ende des Abends erfahren wir, dass der ungeliebten Chefin die regelmäßige Verabreichung des sogenannten „Thronfolger-Giftes“ Aqua Tofana den Gar aus gemacht hat. (Es geht das Gerücht, der mutmaßliche Mozart-Neider Salieri habe jenen mit diesem vergiftet) Nun also ist ihre Sternstunde gekommen und damit löst sie eine Welle der Emanzipationen aus: Die Vögel, die eigentlich von Papageno, dem Vogelfänger gefangen werden, wollen auch endlich einmal aus dem Schatten ihres Statistenlebens heraus flattern und selbst mit singen, denn: „schließlich sind wir Vögel, Singvögel!“

Der Weimarer Musiker Andreas Kuch hat aus der Musik des Wolfgang Amadeus Mozart meisterhaft die Highlights extrahiert und neu eingespielt. Auch er sah seine Sternstunde gekommen und komponierte die erste Arie der Königin der Nacht zu einem Chanson um, welches, wie alle anderen Arien, von Weimarer Musikstudenten neu eingesungen wurde. Diese Zauberflöte erscheint also in einem völlig neuen Gewand und doch ist es genau die Geschichte, die wir alle kennen. Zu verdanken ist diese „Verfrischung“ der dramaturgischen Vorarbeit von Annette Seibt, die das Gewebe des Schikanederschen Librettos aufgetrennt und der Spielerin Christiane Weidringer mit frischen Fäden versehen als neues, schillernden Kleid auf den Leib geschneidert hat.

Der Regisseur Harald Richter feiert mit dieser Zauberflöte seine 100. Inszenierung. Er beweist damit wieder einmal seine Vielfältigkeit und das Publikum dankt es mit begeistertem Applaus."

(Erfurter Theatersommer)

Kartenreservierung

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