Beiträge der virtuellen Wandzeitung

Eckehard Bichler: Maikäfer

In den Bäumen ist knisterndfliegendes Geräusch am Abend, wenn es still geworden ist, dunkel ist schon das Gras, dunkel sind die Bäume.

Maikäfer der Kindheit.

Kahlfresser, haben sie gesagt.

Neues Geräusch in der stillen Nacht der Jahreszeiten.

Der helle Morgen.

Einen in die Hand, plump-hilflos genommen, am Rücken liegend, mit den Beinchen strampelnd,

mit großer Brille, alles genau zu sehen,

sechs Beine mit kleinen Füßchen dran, zwei Flügel und Unterflügel, kleiner Kopf und große Augen, darüber herausragend zwei Fühler bewegen sich hin und her, hin und her, die Richtung des Abfluges loten sie aus, am braunen Körper unter den Flügeln weißgezähnte Körpermalerei, scharf gerandet.

Behutsam setzte ich ihn auf ein Blatt.
Der Kopf bewegt sich am kurzen Hals vor und zurück, immer wieder, die Flügel gehen langsam auf, durch lange Sekunden.
Die Fühler werden größer und falten sich dann wieder zu,
hebt ab, torkelnd fliegt der Sonne zu, verliert sich aus meinem Blick.

Zum nächsten Blatt vielleicht.


Blätter, Blätter, wohin das Auge reichen mag.
Blätter.
Maikäfer, schöne, wunderbare Naturgestalten.

Kahlfresser, haben sie gesagt.


Juni ist dann einmal geworden.
Die Maikäfer sind vergangen.

Für ein Jahr.

Eckehard Bichler ©5/2006